Kommandanten der Wehren tagten

Geschrieben von Jürgen Ruppert am .

Hohe Einsatzzahl bei Floriansjüngern

HERSBRUCKER LAND – Die Brände in einem Hartmannshofer Heizungskeller, auf der Autobahn (ein Militärfahrzeug) nahe Alfeld, eines Einfamilienhauses in Neuhaus und an einem Dachstuhl in Hersbruck bildeten nur die Spitze des Eisbergs: Die heimischen Feuerwehren mussten heuer über 1500 Mal ausrücken, sagte Kreisbrandinspektor Holger Herrmann bei der Kommandantentagung im Landhotel Grüner Baum in Kühnhofen.

„In der Wirtschaft würde man sagen: Das Geschäft blüht“, kommentierte Landrat Armin Kroder die hohe Einsatzzahl wenig erfreut und betonte die Wichtigkeit der Retter. Kreisbrandrat Norbert Thiel sagte, dass es 2015 keine Naturkatastrophe gegeben hat und dennoch wurden die ehrenamtlichen Kräfte öfter denn je gebraucht. Brände sind die Ausnahme. Die Wehren werden bei allen Notlagen gerufen: zu einem notgelandeten Adler ebenso wie zu Verkehrsunfällen.

„Ob Sturmesflut, ob Schlangenfang, vor nichts ist der Feuerwehr bang“, erwies Polizeichef Hans Meixner den Mitgliedern der Blaulichtfamilie gereimt seine Referenz. Bürgermeister Robert Ilg richtete den Blick auf das zweite Wochenende im kommenden Juni. Dann steigt das 150-jährige Jubiläumsfest der Hersbrucker Einsatzkräfte.

„2016 soll ganz im Zeichen dieser Großveranstaltung stehen“, wünschte Robert Ilg. „Wo was geleistet wird, darf auch gefeiert werden“, ergänzte Hans Meixner. Beim Personalstand bewegen wir uns nach wie vor bei über 1700 Aktiven, sagte Holger Herrmann. Die zahlenmäßig stärkste Wehr mit 99 Mitgliedern hat Hersbruck, gefolgt von den Eckart-Werken (85), Alfeld (71, dank einer großen Jugendgruppe), Altensittenbach (61), Vorra (59) und Velden (58).

Der Kreisbrandinspektor (KBI) lobte die Bereitschaft, Sonderlehrgänge zu absolvieren. Das Spektrum reicht von Absturzsicherung über Innenangriff, Schaumtrainer, Strahlenschutz bis zu Wohnungsöffnung. Insgesamt kamen heuer fast 4600 Stunden zusammen. Auch Landrat Kroder zollte dem fachlichen Können der Retter seinen höchsten Respekt, warnte aber zugleich, die Wehren nicht mit zu vielen Aufgaben zu überfordern.

Außerdem erwähnte Holger Herrmann mehrere Großübungen wie etwa im Hammerbachtal, in einem speziellen Brandcontainer und bei einer Hubschrauberlandung. In seinem Grußwort lud Bernd Müller die Kommandanten nach Lauf ein, um die Ausstattung des THW kennenzulernen.

Kreisbrandmeister (KBM) Roland Weidinger ging auf ein Vierteljahrhundert Maschinistenkurse ein. Den nächsten Lehrgang Sprechfunk bietet er im September an. Wolfgang Werthner erläuterte die modulare Truppausbildung, während Armin Herger das Training der 327 Atemschutzträger unter „heißen Bedingungen“ darstellte. Schiedsrichter Norbert Bundil hat 19 Feuerwehren bei Leistungsprüfungen beobachtet. Dauer-Sorgenkind ist die Knotenkunde.

Im Jugendbereich betreut KBM Thorsten Brunner fast 240 Mädchen und Jungen. Eine ausgezeichnete Idee, um Nachwuchs anzuwerben, war heuer der Projekttag in Kirchensittenbach mit einer Einsatzübung. KBI Bernd Haslinger berichtete über die Fortschritte im Digitalfunk, KBM Peter Kölbl erklärte die Einsatzabrechnung.

Holger Herrmann begrüßte die neuen Kommandanten: Andreas Weber und Claus Jerina (beide FFW Altensittenbach), Helmut Meier und Jürgen Kraus (Sendelbach), Felix Mertel und Thomas Bock aus Kruppach, Thomas Kulacz (Neuhaus), Magnus Urbat und Daniel Fischer von der FFW Artelshofen, die Treufer Michael Meiler und Georg Morner, Martin Ruppert (Alfalter), Florian Webert und Florian Dotzler (Krottensee) und Roland Gundel aus Lieritzhofen.

Im Amt bestätigt wurden: Herbert Kupfer von der Feuerwehr Alfalter, die Thalheimer Reinhard Kürbel und Thomas Pickel, Peter Hirschmann (Lieritzhofen), Alexander Löhner und Jochen Stiegler in Kucha.

Auf Anfrage von Kommandant Uwe Holzinger sagte Norbert Thiel, dass Dachbeschriftungen (wegen der neuen Funkrufnamen) von Fahrzeugen keinen besonderen Vorschriften unterliegen. Bei der Mitgliederwerbung möchten die Feuerwehren mehr Frauen für das Ehrenamt gewinnen.

Martin Linz vom BRK hatte die Flüchtlinge in den Mittelpunkt seines Grußwortes gestellt. Norbert Thiel knüpfte daran an. „Seid die ersten, die die Migranten ansprechen. Die Feuerwehr ist bunt genug, sie aufzunehmen“, rief er die Kommandanten auf. Im kommenden September findet die Landesdelegierten-Versammlung der Führungskräfte in Hersbruck statt, sagte Norbert Thiel. Der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann eröffnet dabei die Aktionswoche der Wehren.

Bericht aus der HZ vom 29.Dezember 2015